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Geschichte

Die Geschichte von Limone​

Bereits im X. Jh. taucht in zahlreichen Schrif-ten der Name „Limon“, oft auch in den leicht abgewandelten Formen „Limonum“, „Limono“ und „Limone“, auf. Einige Sprachwissenschaftler sind der Auffassung, der Name stamme von limen (Grenze) oder auch von lima (Fluß) ab. In jedem Fall handelt es sich wohl nicht um eine Ableitung des Pflanzennamens Limone sondern eher um eine „Beugung des keltischen Wortes limo oder lemos“ (Ulme).

Bereits im X. Jh. taucht in zahlreichen Schrif-ten der Name „Limon“, oft auch in den leicht abgewandelten Formen „Limonum“, „Limono“ und „Limone“, auf. Einige Sprachwissenschaftler sind der Auffassung, der Name stamme von limen (Grenze) oder auch von lima (Fluß) ab. In jedem Fall handelt es sich wohl nicht um eine Ableitung des Pflanzennamens Limone sondern eher um eine „Beugung des keltischen Wortes limo oder lemos“(Ulme). Ab 1863 lautete der Name der Ortschaft „Limone San Giovanni“, und erst nach 1904 nahm sie ihren heutigen Namen „Limone sul Garda“ an. Die erste Besiedlung des Gebietes um den Benaco (zu deutsch Benakus, der alte Name des Gardasees) fand bereits im Neolithikum statt. Im nahegelegenen Ledrotal kann man heute noch Pfahlbauten aus der Bronzezeit bewundern. Um 600 vor Christus besiedelten keltische Stämme das Gebiet welche um 200 vor Christus von den Römern unterworfen wurden. Die daraufhin folgende Entwicklung ähnelt jener aller norditalienischen Gebiete: die Langobarden, dann Karl Magnus, die Venetianische Republik, das Österreich-Ungarische Kaiserreich, die italienische Renaissance, die Weltkriege und schließlich die Republik Italien. 

Determinant jedoch für die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung Limones war der Einfluß der Venetianischen Republik, oder „Serenissima” (die Glückliche) wie sie hierzulande genannt wurde, zu Anfang des 15. Jahrhunderts. Durch sie entwickelte sich Limone vom ruralen Fischerdorf welches auch Oliven anbaute, zu dem wohl am nördlichsten gelegenen Anbauzentrum von Zitrusfrüchten Europas, dank seines extrem milden Klimas. Aber ein mildes Klima reicht oft nicht aus für das gute Gelingen eines Anbaus. Da es in Limone an fruchtbarer Erde fehlte, mußte diese mit Schiffen von den südlichen Ufern des Sees gebracht werden. Dicke Steinmauern sollten die empfindlichen Gewächse vor den kalten Nord-Ostwinden schützen. Noch heute sieht man die Reste der meterhohen Steinpfähle die die im Winter aufgetragene Dachkonstruktion stützten. Diese Zitronenhaine oder „Limonaie” wie sie hier genannt werden, waren somit richtige Gewächshäuser. Die Bewässerung der Zitronen und Orangenbäume deren Früchte Europas Königshäuser bereicherten, erfolgte über ein eigens gebautes Kanalsystem.

Berühmt geworden ist die Beschreibung der Zitronengärten von Limone, die J. Wolfgang Goethe in seiner Italienischen Reise notierte, als er mit dem Boot von Torbole nach Malcesine fuhr; auf einen Schlag zogen die Zitronengärten von Limone in die Weltliteratur ein. „13. September 1786 – Der Morgen war herrlich, zwar wolkig, doch bei der Dämmerung still. Wir führen bei Limone vorbei, dessen Berggärten, Terrassenweise angelegt und mit Zitronenbäumen bepflanzt, ein reiches und reinliches Ansehen geben. Der ganze Garten besteht aus Reihen von weißen viereckigen Pfeilern, die in einer gewissen Entfernung voneinander stehen und stufenweis den Berg hinauf rücken. Über diese Pfeiler sind starke Stangen gelegt, um im Winter die dazwischen gepflanzten Bäume zu decken. Das Betrachten und Beschauen dieser angenehmen Gegenstände ward durch eine langsame Fahrt begünstigt.“ Unter der Familie Habsburg im 19. Jahrhundert spielten neben den Zitrusfrüchten und den Oliven noch folgende Produkte eine wichtige wirtschaftliche Rolle für diesen doch abseits gelegenen Ort, der nur über den See mittels der Schiffahrt oder sehr unwirtlichen Berg-wegen zugänglich war: Magnesium (daran erinnert heute die Via Benedetto Croce), Papier (im nördlichen Ortsteil La Milanesa erzeugt), Löschkalk (aus dem Sìngol-Tal bei Reamòl) und die Seidenraupe, deren Zucht durch das milde Klima in Limone ermöglicht wurde. Der erste Welt-krieg jedoch gab all diesen Aktivitäten einen plötzlichen Einhalt. Limone fiel den Grenzstreitigkeiten zwischen den kriegsführenden Mächten, dem Österreich-Ungarischen K.&K. Reich und dem Italienischen Königsreich zum Opfer. Das gesamte Gebiet wurde evakuiert und zur Kriegsfront erklärt.  Nach Kriegsende kehrten Limones Einwohner zurück um sich wiederum dem Fischfang und dem Anbau von Oliven zu widmen. Alles andere wurde vollkommen zerstört. Der wirtschaftliche Aufschwung Limones kam 1931 mit der Fertigstellung der Westlichen Gardesana Straße, welche den Ort nun endlich mit den umliegenden Städten und somit der restlichen Welt verband.

Seitdem hat Limone eine neue Einahmequelle entdeckt: den Tourismus. Dank der konstanten Entwicklung wurde aus dem armen Fischerdorf das wohl wichtigste Fremdenverkehrszentrum des gesamten Gardasees.

LANGES LEBEN IN LIMONE - Die Entdeckung des Apolipoproteis A1

Limone am Gardasee, ein kleiner Ort in der Provinz von Brescia, mit 1000 Einwohnern am Westufer des Gardasees, ist vor kurzem dank des Proteins „des langen Lebens“ im Blut einiger seiner Bewohner, wieder ins internationale Rampenlicht getreten. Diese zwischen Bergen und See eingeschlossene Ortschaft war seit jeher ein von der Welt abgeschiedenen Grenzland.

Diese Isolation, zusammen mit einigen zufälligen sowie glücklichen Umständen hat das Entstehen des berühmten Elixiers im Blut seiner Bewohner bestimmt. Die Geschichte der Entdeckung des Apolipoproteins A-1 Milano beginnt im Jahr 1979. Ein aus Limone stammender Angestellter der Eisenbahngesellschaft, seit mehr als 20 Jahren wohnhaft in Mailand, wird im Krankenhaus zu Routineuntersuchungen stationär aufgenommen. Die Ergebnisse der Untersuchungen verblüffen die Ärzte, da der Patient sowohl sehr hohe Cholesterinwerte als auch hohe Triglyzeridwerte aufweist, dies allerdings ohne wichtige klinische Symptomatik. Weder in den Arterien noch am Herzen sind feststellbare Schäden nachweisbar. Den Ärzten erscheint dies sehr seltsam, eigentlich unglaublich, und sie beschließen, der Sache auf den Grund zu gehen. Im Blut des Patienten, seines Vaters und seiner Tochter entdecken sie ein anormales Protein, welches die Wissenschaftler Apolipoprotein A-1 Milano (dem Brauch nach wird dem Stoff der Namen der Stadt gegeben, in der er entdeckt wurde). Was zählt, ist die Tatsache, dass sich dieses Protein im Blut dieser Menschen aus Limone sehr anormal, aber nützlich verhält. Mit großer Geschwindigkeit werden die Fette aus den Arterien transportiert und zur Leber hingeführt, um von dort aus ausgeschieden zu werden, das ist eine außergewöhnlich effiziente Waffe gegen Arteriosklerose und Herzinfarkt. Neugierig geworden forschen die Wissenschaftler verstärkt weiter; man will herausfinden, warum die genetische Mutation nur in Limone angetroffen wird und in wiefern Erb- und Umweltbedingungen einen Einfluss haben. Allen Bewohner dieses Ortes wird Blut abgenommen, um Blutuntersuchungen fortzuführen Das Resultat ist überraschend: eine beachtliche Anzahl von Menschen trägt dieses Gen in sich. Man geht über zu Stammbaumforschungen der Genträger und dank des Archivs in der Kommune und der Kirche ist es möglich zu bestimmen, dass alle Genträger von einem einzigen Paar abstammen (Cristoforo Pomaroli und Rosa Giovanelli), das in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts geheiratet hat. 

Das Auftreten des Proteins könnte also bis ins Jahr 1644 zurückgeführt werden. Die Verbreitung des Gens beruht vermutlich auf den vielen Vermählungen zwischen Blutsverwandten, die für die Geschichte des Orts bis 1932 charakteristisch waren. Im Jahr 1932 wurde die Gardesana-Straße mit ihren langen Tunneln in den Felsblöcken, wenige Meter vom See, (eine wahrhaftiges Meisterwerk des Ingenieurwesens zur damaligen Zeit) eröffnet. Dadurch wurde eine tausendjährige Isolierung aufgehoben, und die Welt und vor allem der Tourismus hatten Zugang zu Limone. Dank der wertvollen Mitarbeit der Bewohner von Limone, die zahlreichen Blutentnahmen zugestimmt haben, war es möglich, das A-1 Milano zu synthetisieren. In einige Bakterien wurde die Fähigkeit, das Protein zu reproduzieren, transferiert. Zu Beginn der 90ziger Jahre begannen die ersten Versuche mit Tieren: ihnen wurde das geklonte Protein injiziert und extrem positive Resultate konnten beobachtet werden, besonders eine bemerkenswerte Reduzierung der Plaques entlang der Arterienwände.

Im November 2003 kommt die Nachricht aus den USA, dass eine Gruppe von Forschern, angeführt von Steven Nissen, das Protein in einem Versuchsmedikament reproduziert hat. Dieses wurde 47 Personen, die unter schwerer Arteriosklerose litten, verabreicht. Nach 6 Wochen überraschende Erfolge: durchschnittlich war die Menge der Plaques um 4,2% reduziert. Es ist leicht zu erahnen, dass es sich um die wichtigste Entdeckung des Jahrzehnts handeln könnte und in Limone sind die Menschen stolz darauf sagen zu können, dass die Langlebigkeit in einem kleinen Ort am Gardasee ihren Anfang hat. Die genetische Besonderheit der Einwohner von Limone ist nicht nur ein Geschenk des Schicksals, sondern birgt höchstwahrscheinlich ihren Ursprung in den Umweltbedingungen und den Essgewohnheiten, die auf die einzigartige klimatische Situation und eine gesunde mediterrane Ernährung zurückgeführt werden können. Die Ernährung beruht auf Fischen aus dem See, Zitrusfrüchten und extra-nativem Olivenöl, heute noch traditionell hergestellt. Die Synthese des Proteins im Labor wird zur Produktion eines revolutionären Arzneimittels führen, das in der Lage sein wird, die schwersten kardiovaskulären Pathologien (in der Welt an erster Stelle als Todesursache) zu heilen. Damit rückt Limone in den Mittelpunkt den Medieninteresses in der ganzen Welt. Zahlreiche Journalisten und Fernsehreporter haben begonnen, in den Gassen des Ortes zu drehen. Die Aufmerksamkeit wuchs im Monat Mai 2004 an, als die Kommune einen wichtigen internationalen Kongress der größten amerikanischen und europäischen Experten, verantwortlich für die Entwicklung der Heilung kardiovaskulärer Krankheiten durch Apolipoprotein A 1,beherbergt. Das Treffen ist eine Gelegenheit, sich über medizinische Fragen auszutauschen, aber auch um über die besondere Langlebigkeit der Bewohner von Limone, von denen ein hoher Prozentanteil ein Alter von 80 Jahren überschreitet, zu diskutieren. Das Protein ist nicht das einzige Geschenk der Natur an diese glücklichen Bewohner, die Dank ihrer gesunden mediterranen Ernährung (reich an Seefisch, Öl und Zitrusfrüchten) und den günstigen und einzigartigen klimatischen Bedingungen (Limone ist nämlich der nördlichste Teil, in dem man Zitrusfrüchte antrifft) eine sehr hohe Lebenserwartung haben. Diese Geschenke werden heute, im Gegensatz zu früher, von den Einwohnern mit den Touristen, hauptsächlich Deutschen, die sich ohne es zu wissen, etwas Gutes tun, geteilt. Sie verbringen sorgenlose Ferien in diesem ruhigen touristischen Ort am Gardasee. Auch das Medizinteam von Professor Sirtori kehrt nach langen Jahren Abwesenheit in den Ort zurück, um die neugeborenen Kinder der Genträger zu analysieren. Während die Leute freundlich über die Rückkehr des Vampirs scherzen, entdeckt man, dass die Gruppe der Limoneser, die im Blut das wertvolle Protein A-1 Milano tragen, größer geworden ist. Zu den zirka 40 Glücklichen haben sich jetzt 8 Kinder gesellt, die somit die faszinierende Geschichte des Langlebigkeits- Elixiers, dem Protein A-1 Milano weiterleben lassen. Dank der geografischen Isolation konnte damals dieses Protein von Generation zu Generation weitergegeben werden, angefangen bei dem ersten Genträger-Ehepaar im Jahr 1700 bis hin zu den neuen jungen Menschen. Eine einzigartige, 300 Jahre alte Geschichte, die einen Meilenstein in der Behandlung von Herz-Kreislauf-Krankeinheiten (der weltweit ersten Todesursache) bedeutet und auf die die Einwohner Limones zu Recht stolz sind: diesem Aspekt wurde im neuen Tourismus-Dokumentationszentrum, das letztes Frühjahr im ehemaligen Rathaus eröffnet wurde, besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Auf Grund des magischen Lebenselixiers im Blut, vieler Einwohner und ihrer hohen Lebenserwartung wurde Limone von der Mailänder Universität Bocconi, am 26. Mai 2007 als Veranstaltungsort der neunten Jahreskonferenz der Stiftung Rodolfo Debenedetti über das Thema „Health, Longevity and Productivity“ ausgewählt. In der Zwischenzeit ist das Experimentieren fortgesetzt worden und das Protein war wieder Gegenstand der Welt- Herz-Kreislauf-Medizin im Oktober 2012. Die Stiftung „Carlo Sirtori“ aus Mailand hat in den o.g. Termin den internationalen wissenschaftlichen Kongress „Present status of HDL Therapy“ direkt hier in Limone sul Garda abgehalten. Bei dieser Gelegenheit, durch die Blutanalyse, wurden neue Proteinträger gefunden. Die höchsten Weltexperten dieser Medizinbranche, die am Treffen teilgenommen haben und über den aktuellen Stand der Therapie mit HDL diskutierten, kündigten an, das in ein paar Jahren, innovative Medikamente auf den Markt gebracht werden. Diese werden von dem Limonese“ Protein abgeleitet.

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